Geschichte des HGV Schömberg

"Ohne Fleis kein Preis", prangt auf der schmucken, alten Fahne des Schömberger Handels- und Gewerbevereins (HGV).

Und fleißig sind die Schömberger Einzelhändler schon seit geraumer Zeit. Denn Anfang Februar 1999 konnte der Verein seinen 100. Geburtstag feiern. Bei der Gründung des Vereins vor über hundert Jahren traten mehr als doppelt so viele Geschäftsleute in den neuen Gewerbeverein: Genau 139 Handwerker und Händler haben sich damals in die Mitgliederliste eingetragen. 1952 wurde der Verein nach dem Krieg neu gegründet, und als "freie Interessengruppe von Einzelhändlern" weitergeführt.

Am 06. Februar 1899 gründeten Schömberger Handwerker den Gewerbeverein im Gasthaus "Lamm". Ein "Herr Apotheker Sautermeister" redete laut eines Zeitungsartikels im "Volksfreund" vom 11. Februar zu den Handwerkern im "dichtgefüllten Lammsaale". Sautermeister war Vorsitzender des Rottweiler Gewerbevereins und hat, so der Zeitungsbericht, "keine Mühen und kein Opfer" gescheut, "eine Handwerksorganisation, bei uns zustande zu bringen".

 

Leo Wuhrer, ehemaliger Schreiner in Schömberg und vor dem Krieg Vorsitzender des Gewerbevereins, berichtet 1952 in einem Aufsatz zur Wiedergründung des Vereins über die Situation der Handwerker in Schömberg um 1900. Nach den armen 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts sei das Gewerbe in Schömberg immer mehr aufgelebt. Man sei "abgeschlossen vom Verkehr" gewesen, so Wuhrer. Die Bestrebungen des Gewerbevereins seien vor allem gewesen, "Bahnverkehr hierher zu bringen". Um die Jahrhundertwende wurde dann auch ausgiebig über die noch Bahnverbindung zwischen Rottweil und Balingen diskutiert. Als im Oktober 1911 die Strecke zwischen Balingen und Schömberg in Betrieb genommen wurde, sei das "ein Festtag für Schömberg und Umgebung" gewesen, schrieb Wuhrer.

 

Erster Vorsitzender des Gewerbevereins war der Kaufmann Robert Ullmer. 1902 folgte ihm Schmiedmeister Johann Stauss. Ab 1908 leitete dann Leo Wuhrer die Schömberger Handwerkervereinigung. In Wuhrers Amtszeit weihte Stadtpfarrer Aicher am 19. Juli 1914 die Vereinsfahne. 

 

Leo Wuhrer würde sich wohl freuen, wenn er heute die Aktivitäten des Schömberger HGV sehen könnte. "Ich möchte gerne erleben", schrieb der Alt-Vorsitzende 1952, "daß ein Werk, das man über ein halbes Jahrhundert teilweise mit großen Opfern betreuen durfte und mußte, wieder in Gang käme". Wuhrers Wunsch hat sich erfüllt, Schömbergs Gewerbetreibende ziehen an einem Strang.

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